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Thomas vom Hagenbach ward geboren in der Handelsstadt Waiblingen im Jahr 1368 als einziger Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Winfried von Berlina und seiner Gemahlin Rosmarie von Fischbach, welche er auf einer seiner zahlreichen Handelsfahrten zum fernen Schwabenmeer unweit der freien Reichsstadt Konstanz freien durfte.
Sein Vater Winfried hatte schon früh die Ausbildung seines einzigen Sohnes im Auge. Er schickte ihn, da er sich dies als vermögender Kaufmann leisten konnte, auf eine der wenigen privaten Schulen im Raum. Dort wurde Thomas nicht nur im Schreiben, Lesen und Rechnen sondern auch der Umgang mit einfachen Waffen gelehrt. Diese umfangreiche Ausbildung war dem Vater sehr wichtig, da Thomas später die Familiengeschäfte übernehmen sollte und er so auch für die immer wieder auftretenden Überfälle auf Handelskarawanen gewappnet war.
Seine Vorliebe fand Thomas im Umgang mit Pfeil und Bogen. Wann immer möglich nutzte er die Zeit der abwesenden Eltern, dazu sich in der Kunst des Bogenschiessens zu üben, was ihm mit der Zeit einen beträchtlichen Ruf einbrachte. Dies missfiel dem Vater jedoch sehr.
Um diesen Flausen des Sohns ein Ende zu bereiten, verlagerte der Vater 1381 seinen Handelssitz in die Nähe der Stadt Baccanang, die seit einigen Jahren nun wieder der Grafschaft Wirtemberg (*1) angehörte.
Er sollte schließlich schon früh in dessen Fußstapfen treten und die heimischen Geschäfte, während der Handelsreisen der Eltern ins ferne Spanien übernehmen.
Als die Reisen des Vaters mit der Zeit immer größere Ausmaße annahmen und nun auch der Handel mit dem Königshaus Aragon von Spanien immer reger wurde und dieser nun fast das ganze Jahr auf Reisen war, kam es 1387 dazu, dass Thomas auch Handel mit dem Probst Friedrich II. von Baumgarten des ansässigen Chorherrenstifts tätigte. In ihm fand er auch einen Freund des Bogenschiessens. Als er somit wieder Gelegenheit hatte, den Bogen zu spannen, merkte er bald, dass der Handel, so wie sein Vater es für ihn vorgesehen hatte, nicht das war was er tun wollte. Bereits nach kurzer Zeit bot ihm Friedrich die Stelle eines Jagd- und Forstgehilfen im Stift an. Thomas überlegte nicht lange und nahm, zum großen Ärgernis seines Vaters, an. Thomas hatte nun endlich seine Bestimmung gefunden.
Daran änderte auch die Verpfändung Baccanangs 1391 an das Rittergeschlecht der Nothaft nichts.
Anno 1398 ehelichte Thomas die Tochter eines ansässigen Handwerkmeisters, was seinen Vater etwas besänftigte, da sich diese, anstelle von Thomas, sehr in die Geschäfte mit ein brachte.
1402 gebar ihm sein Weib seine einzige Tochter.
In dieser Zeit wuchs sein Ansehen immer mehr, sodass er schon bald zum Jagd- und Forstmeister erhoben wurde.
Im Oktober 1409 fand zu Ehren der umliegend ansässigen Ritterschaften eine Jagd statt. Thomas wurde als Jagdaufseher den Rittern vom Freien Bund der Löwenritter zugeteilt. Diese waren mit seinen Diensten sehr zufrieden und so kam es, dass sich Thomas im Januar 1410 dem Bunde anschloss, um Ihnen Hilf und Waffenbeistand zu bieten.
*1: Der 1067 bezeugte Adelssitz auf der Backnanger Burg kam Ende des 11. Jahrhundert durch Heirat an die Markgrafen von Baden. Markgraf Hermann von Baden gründete 1116 ein Chorherrenstift auf der Burg; das Stift war seit 1116 zum Erbbegräbnis der Markgrafen von Baden bestimmt. (Später wurde die Grablege der Markgrafen von Baden ins Kloster Lichtenthal bei Baden-Baden verlegt.) Backnang erhielt vor 1245 Stadtrechte; ab 1324 kam es zu Wirtemberg.
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