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Konrad von Orngau ward geboren auf dem Lehen seiner Familie im Jahre unseres Herrn 1446 als Sohn des Ministerialen Heinrich von Orngau. Selbiger als Vasall stets fest bei denen von Hohenloch stand, namentlich Kraft V. nebst seinem Bruder Albrecht II., und hätt fürderst seiner Treue erhalten ein trefflich Stück Land auf der Gemarkung Neuenstein. Auch seyn Sohn Konrad sollt bei Zeiten als Ministeriale und Ritter den Herren dienlich sein und so ward dieser gegeben mit sieben Lenzen in die Pagenschaft und Obhut Wolfraths von Bronn, der sich Freund seines Vaters genannt und selbst den Hohenlochern dienlich als Vasall. Zu Neuenstein Wolfrath tats als Dienstmann der dortigen Burg und Konrads Lehr ging mit den Jahren. Als 1455 das Land der Grafen von Hohenloch mit Brief und Siegel aufgeteilt, so erging Neuenstein an Albrecht II. und dieser wurd der alleinige Dienstherr Wolfraths wie auch derer von Orngau. Der Pagenschaft folgte die Knappenschaft und im Jahre 1467 ward sie gekrönet mit dem Ritterschlage. Etwas mehr als ein Annum ward vergangen und Konrad zählte gerade 23 Lenzen, da starb ohne jegliches Vorzeichen seyn Vater, und dem Sohn erging das Lehen mitsamt allen Rechten und Pflichten, die da verbürgt waren. Albrecht II. hatte denen von Orngau die Aufgab übertragen, Geschäftlichkeiten, die da betrafen Öringen zu tätigen. So sollt von nun an also auch Konrad von Orngau als Ministeriale den Hohenlochern dienen, die sich seit dem Jahre 1450 des Reiches Grafen und Gräfinnen nennen durften. Ob seiner Jugend hätt Konrad stets ein heiteres Gemüt und ward allzeit bestrebt, gerecht zu urteilen, ganz gleich ob Stand und Einfluss, so dass sein Urteil gefragt und er in Bälde bei Edlen wie auch dem einfachen Volke gern gesehen ward.
Zur Freyen Reichsstadt Helibrunna, da Konrad sich geschäftiglich verdingen sollt, ward anno 1468 Turney gehalten und nach getaner Arbeit suchte auch er Kurzweyl am Plane. Dort traf er auf Baran von Lichtenstein, der sich sein Brot stets auf dem Turneyplan erstritt und selbst im Freyen Bunde der Löwen stand. Man kam ins Gespräch, hob alsbald den einen oder anderen Humpen und traf sich bei jeglicher Gelegenheit erneut, sodass eine tiefe Freundschaft entstand und Konrad alsbald und mit Erlaubnis seyner Herren selbst in den Bund aufgenommen ward. Fortan tat er des Bundes Schreiberarbeit und verbriefte ebenso die Wappen derer, die sich Freye Löwen nannten.
Als im Herbste 1473 unser Kaiser Friedrich III. nach Trier zog um seine Angelegenheiten dort mit Karl, genannt dem Kühnen, von Burgund zu machen, so zog auch Albrecht II. im kaiserlichen Gefolge. Konrad wurd als Schreiber mitgenommen, um dort das Wort seines Herren mit der Feder zu verbürgen. Während die höchsten Herrschaften von Aug zu Aug sprachen, so suchten all die Anderen im Gefolge Kurzweyl bei Tanz und Schmaus und den fahrenden Händlern. Die Hohenlocher selbst suchten das Turney und Albrechts Kampf mit dem im Bart von Württemberg sollt man haben gesehen. Konrad hätt derweil die Aufgabe übertragen ein paar Meter besten flandrischen Tuchs für seinen Herrn zu erwerben. Er zog über die zahllosen Stände und fand sich wieder am Karren des ehrbaren Tuchhändlers Sieghard von Rauenspurg, der gar prächtige Stoffe daliegen hatte. Man feilschte und wurde sich auch einig, als Konrad Johanna, Tochter des Sieghards, erblickte. Sie wechselten ein paar Worte, derweil Johanna die Tuche verschnürte, und man war alsbald sehr zugeneigt. Dies geschah so ernsthaft, dass Konrad in den kommenden Tagen wieder und wieder unter dem Vorwand, er möchte doch noch anderes Tuch sehen, den Stand derer von Rauenspurg suchte. Dem Vater Johannas wars nur recht ob einem Gemahl von Stand und Konrad tät mit der Tochter eines ehrbaren Händlers und ihrer hohen Mitgift keine schlechte Partie. So ward Konrad mit Einverständnis seyner Herren vergönnt, was nicht oft war, nämlich ob der Liebe eine Frau zu wählen und kaum dass die kalte Zeit vorüber, eine wahrlich prächtige Hochzeit konnt gefeiert werden.
Nun fürwahr schreibt man das Jahr 1475 und Konrad dient treu dem Bund, den Herren von Hohenloch und also freylich unserem Kaiser Friedrich III. austriae est imperare orbi universo.
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