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Gottfried von Grenoble, selbiger als 5. Sohn einfachen Adels Geblüt zu Grenoble A.D. 1185 erblicket das Licht der Welt zu Grenoble, wurde geschicket im Alter von 11 Jahren als Page an den Hof des Vizegrafen Roger Trencavel zu Carcassonne sich zu bilden in allen höfischen Tugenden.
Daselbst diente er ab 1198 als Knappe und wurde löblich zum Ritter geschlagen anno 1207.
Zu Carcassonne wurde er aufs äusserste berühret von der lieblichen Musik der Troubadures, so in Okzitanien mit großem Geschick der Höfe Kunst vorantrieben. Also erlernte er allerley Instrumente Spiel am Hofe seines Herren, ward darin auch für nicht allzu schlecht befunden und eroberte sich minniglich die Herzen manch holder Dame. Auch des Vizegrafen Zuneigung erwarb er durch mannigliche Rittertugenden. Des Glaubens der Einen Mutter Kirche zweifelnd, ward er aufgenommen in der Katharer Glaubensbund, ohne jedoch das Consolamentum erhalten zu haben, da er der Liebe und des Kampfes Tugend nicht abschwören wollte.
Aufgerufen zum Kreuzzug durch Papst Innozenz III fiel im lieblichen Okzitanien ein der Heerwurm grausamer Knechte des Bösen, so durch König Philipp II angestachelt und von Simon de Montfort angeführet. Dieser Heerbann sollte ganz Okzitanien in Blut ertränken und endlich das Ende der Katharer heraufbeschwören.
1209 ward Gottfried von Grenoble, Ritter des Vizegrafen Roger Trencavel, gesandt nach Flandern zu überbringen ein geheim Pergament, so der Vizegraf verfasset, dabei auch ein Kleinodium, welches zu sehen Gottfried von Grenoble immer nur in Linnen verhüllet gestattet war. Solche Aufgabe, von seinem Herren zu Nutz und Frommen aller rechtgläubigen Katharer bestimmt, rettete Gottfried von Grenoble das Leben, da die reiche und wehrhafte Stadt Carcassonne belagert und alsbald erobert ward, der Adligen unzählige gemeuchelt oder, so auch Roger Trencavel, im tiefen Kerker der Burg in Eisen geschmiedet verrotteten.
Als nun die Aufgab seines Herren ohne Sinn und Plan ward durch Krieg, Mord und Brand, haderte Gottfried von Grenoble mit dem HErrn und dem Auftrag des Roger Trencavel, der ihm zwar das Leben gerettet, gleichwohl ihn seines Herren und aller Freunde beraubte, ohne dass ihm vergönnet war ihnen im letzten Kampfe beizustehen. Zerrissen von Trauer und Schmach ritt er weiter ohne Ziel und Freude, verlor sich in einer Queste nach Ehre und Tod.
So ergab es sich, dass er auf seinen Reisen antraf ein lieblich Mägdlein, unterwegs mit Vater und Mutter, welche waren in Santiago de Compostela, zu bitten für Leibes und Seelen Gesundung. Da aber die Wege unsicher waren in jenen Gegenden, erbot sich Gottfried von Grenoble, schützend bei ihnen zu sein auf ihrem Wege gen Norden. Entbrannt von holder Minne und liebevoll einander zugetan kamen sie an in Stuotgarten, daselbst sie bleyben wolleten unbestimmte Zeit. Auf der Suche nach einem Auskommen, zu gründen eine christlich Familien, suchete er nach Herrschaft, so sein Schwert von Nutzen sei. Und so ward er im Jahre des Heils 1217 durch wunderlich Wege geführet zur Krone aller Burgen in Schwaben, dem vestesten Haus in teutschen Landen zu Castro Zolre, welches auch genennet ist des Hohen Zollern Burg.
Daselbst ward er aufgenommen ungeachtet seines ketzerischen Glaubens, auch da er das Consolamentum nicht empfahen hatte, der Zollern Feinde viel waren und die Herren der Burg jeden wackeren Kämpen willkommen hießen, der sich ihnen anschloss. Und so führeten des HErrn Wege Gottfried von Grenoble zur Zollern Burg, daselbst zu führen ein ritterlich Leben.
Doch es wurde gesäet Zwietracht bey denen von Castro Zollre. Also beschloß Gottfried von Grenoble, weiter gen Norden zu reisen. Und er ließ sich mit seynem Weibe nieder in Cottenweiler und fand Gefährten beim freien Bund der Löwenritter, solche der Ehre und dem Recht trachteten.
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